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Le Cameroun, c’est bon!

„Herzlich willkommen Helder Camara Stiftung“ prangt in Schokoladen-Lettern auf der üppigen Buttercremetorte. Dahinter stehen stolz die Konditoren-Lehrlinge und präsentieren ihr Werk, das auch den tropischen Temperaturen von über 30 Grad und einer enormen Luftfeuchtigkeit standhält. Der Willkommensgruß gilt einer Gruppe von Förderern der Helder-Camara-Stiftung von MISEREOR, die sich aufgemacht haben, Kamerun zu besuchen und das Stiftungsprojekt in der Hafenmetropole Douala kennen zu lernen. Winfried Reinhard, einer der Reiseteilnehmer, schildert anschaulich in seinem Reisebericht:

Douala ist ein Moloch. Stickiges, feuchtwarmes Klima, Regen, Pfützen, jede Menge Individualverkehr, Abgase, Schmutz, Lärm. Das übliche öffentliche Verkehrsmittel sind Taxis, diese sind oft in einem erbarmungswürdigen Zustand. Und Menschen über Menschen. Überall wird verkauft und gekauft. Breite Straßen, aber mit so vielen Schlaglöchern, dass sie allenfalls einspurig befahrbar sind. Schwitzen tags und nachts, kühler wird es nur durch die Klimaanlage, die vor sich hinrattert, Wind gibt es nur wenig.

Ich kann mir gut vorstellen, wie die ersten Europäer hier reihenweise an der Malaria zugrunde gegangen sind. Das Klima lähmt alle Bewegungen. Die Stadt dehnt sich ins Unermessliche aus. Je weiter man in die Peripherie kommt, desto schlechter werden die Straßen und desto orientierungsloser wird der Europäer. Die Vororte machen den Eindruck einer Ansammlung zahlloser kleiner Dörfer, ohne Zentrum, ohne Anfang und Ende. Die Hauptstraßen sind gesäumt von Werbung und Hinweisschildern. Wie kann dieses Land sich entwickeln? Bekannt ist, dass Korruption und Vetternwirtschaft vorwiegend „oben“ aber auch „unten“ allgegenwärtig sind. Geld versickert in den Taschen der so genannten Eliten und Politiker. Dabei ist dieses Land so reich: reich an Bodenschätzen, unendlich fruchtbar und auch reich an Menschen, die, sind sie mal gut ausgebildet, ein enormes Potential darstellen. Hilfe funktioniert nur an der korrupten Regierung vorbei mit möglichst basisnahen, verlässlichen Partnern; Menschen, die etwas für ihr Land und für andere tun, besonders für die Armen und Benachteiligten.

Stifter besuchen das Projekt

Ein solcher Partner ist die Caritas Douala mit ihrer Direktorin Maureen Dionne, die arme Jugendliche mit zum Teil geringer Schulbildung in verschiedene Ausbildungsbetriebe vermittelt. So wie den jungen Mann, der zusammen mit anderen Schülerinnen und Schülern die Stiftungstorte gebacken hat. Er hat vor drei Monaten seine Ausbildung begonnen. Sein sehnlichster Wunsch ist es, nach seiner Lehre ein eigenes Restaurant zu eröffnen. Dafür hat er schon feste Pläne. Er ist nur 5 Jahre lang zur Schule gegangen. Eine staatliche Ausbildung in diesem – wie auch in anderen – Lehrbetrieben ist so teuer, dass sich insbesondere arme Jugendliche diese nicht leisten können. Wenn die Ausbildung über die Caritas vermittelt werden kann, bezahlen die Jugendlichen etwa 10% des üblichen Betrags. Die Ausbilder sind dazu verpflichtet, die Lehrlinge nach der Ausbildung in ein Praktikum zu vermitteln und ihnen bei der Suche nach einer festen Anstellung oder beim Start in die Selbständigkeit zu helfen.

Sehr gut funktioniert dies für die Coiffeur-Lehrlinge, die einen sehr charmanten Ausbilder haben. Friseure sind überall gefragt, was ein Gang über den Markt und eine Fahrt durch die Straßen lehrt. Wir besuchen eine junge Frau, die sich nach der Ausbildung selbständig gemacht hat und jetzt in einem der zahllosen Kleinstlokale auf ca. 7 qm ihren eigenen Friseursalon betreibt, von dem sie leben kann. Der große Besucheransturm aus Europa verschüchtert sie natürlich schon, zumal auch sie, wie wir erfahren, nur sehr wenige Jahre auf der Schule verbracht hat. Sie findet ehrliche Worte des Dankes.

Caritas Douala unterstützt viele junge Leute mit Kleinstkrediten – auch den Schuhmacher, der seine eigene Werkstatt einrichten konnte und nun finanziell auf eigenen Füßen steht. Stolz zeigt er seinen winzigen Laden, der – wie solche Läden in Deutschland auch – Schuhreparatur und Schlüsseldienst anbietet.

All diese Begegnungen vermitteln ein anschauliches Bild von dem Projekt, das die Helder-Camara-Stiftung unterstützt. Sie bauen eine Brücke von den Stiftern in Deutschland zu den Menschen in Kamerun: zu denen, die ein solches Projekt betreuen und zu denen, die davon profitieren. Maureen und ihre Mitarbeiter von Caritas Douala haben uns eines von vielen Hoffnung stiftenden Beispielen gegeben. Danke!

Danke für diese schöne Zeit in Kamerun – le Cameroun, c’est bon!

Stiftungskonto

Nr.: 100 200
BLZ 370 601 93
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