Misereor
Programm für indigene Frauen im indischen Bundesstaat Jharkhand

Mehr Einkommen dank besserer Vermarktung

Lebensgrundlage Wald

Hier im Nordosten Indiens leben in manchen ländlichen Distrikten mehr als 80 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, vor allem die Ureinwohner, die Adivasis. Schulbildung ist für sie unerschwinglich. Sie sammeln Brennholz im Wald und betreiben Landwirtschaft. Für den Verkauf ihrer Waren auf den lokalen Märkten bekommen vor allem die Frauen meist keinen angemessenen Preis. Sie sind auf ausbeuterische Zwischenhändler angewiesen, anstatt die Preise für ihre Produkte selbst mitbestimmen zu können. Udyogini, die indische Partnerorganisation von Misereor, unterstützt die Adivasi-Frauen darin, unternehmerische Kompetenzen zu entwickeln und durch effektivere, höherwertige Weiterverarbeitung ihrer landwirtschaftlichen Produkte bessere Preise zu erzielen. Dabei sind schon deutliche unternehmerische Erfolge sichtbar.

Lac – ein vielseitiges Naturprodukt

Mehr als 3.500 Frauen in insgesamt 54 Dörfern verarbeiten Lac (Schellack-Grundstoff), ebenfalls ein Waldprodukt, das als Insektenablagerung an Ästen entsteht. Die Insekten, die den Stoff an den Ästen entlang ausscheiden, werden bereits auf die jungen Setzlinge aufgebracht, so dass sie sich von Anfang an vermehren und möglichst viele Äste mit einem harten pilzartigen Belag ummanteln können. Dieser Belag wird von den Frauen abgekratzt und weiterverarbeitet. Lac wird u.a. zur Ummantelung von Tabletten und Kapseln, für Kosmetika, für die Spielzeugherstellung, als Politur, zur Herstellung der traditionellen Armreifen und zum „Einwachsen“ von Äpfeln und Zitronen genutzt. Die Frauen ernten, zerkleinern und waschen das Lac, bevor es auf Dorfebene gesammelt und an die Produzenten weiterverkauft wird. Der organische Rohstoff wird viel gebraucht, die Nachfrage und damit die Preise sind gut.

Gemeinsam stark

Den Zugang zu den Dörfern hat Udyogini über die Adivasi-Dorfräte. Dort stellen sie ihre Arbeit vor und besuchen dann die Selbsthilfegruppen in den Dörfern und beraten diese bzw. initiieren die Gründung von neuen Gruppen. Udyogini führt solide Marktstudien durch und bildet die Frauen aus. Sie lernen, Mengen zu kalkulieren, technische Hilfsmittel zu nutzen und Verkaufsverhandlungen mit den Produzenten zu führen. Dies wirkt sich sehr positiv auf ihr Selbstwertgefühl und auf ihre soziale Stellung innerhalb der Dorfgemeinschaft aus. Die Stärke von Udyogini ist, durch Marktstudien genau die Produkte zu promoten, die Gewinn abwerfen, ökologisch vertretbar sind und zu denen die arme Bevölkerung Zugang hat.

Ein besseres Leben

Vor diesem Projekt lebten die Familien vom Holzschlag und Brennholzverkauf, was wenig einbrachte und den Urwald zerstörte. Sie hatten nur zwei Mahlzeiten am Tag und litten oft Hunger. Heute schützen sie den Wald als ihre Einkommensquelle mit Hilfe des Wissens ihrer Eltern und Großeltern. Die Einkünfte investieren sie in eine vielfältigere Landwirtschaft. So haben sie jetzt drei Mahlzeiten am Tag, die zudem Obst und Gemüse enthalten. Dadurch hat sich besonders die Gesundheit der Kinder verbessert. Alle Kinder des Dorfes gehen zur Schule, auch die Mädchen, was in ländlichen Regionen Indiens noch immer keine Selbstverständlichkeit ist.


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