Eduard Mogendorf-Stiftung

Standfestigkeit, Glaube und soziales Gewissen - wie eine Stiftung entsteht

Wolfgang Mogendorf ist es gewohnt, die Dinge nüchtern zu betrachten. Der Bauunternehmer aus Koblenz macht nicht gerne viele Worte, schon gar nicht, wenn es um seine Person geht. Schon lieber redet er da über seinen Vater Eduard und die Anfänge eines mittelständischen Familienbetriebes.

Eduard Mogendorf, 1900-1956

Dessen Tradition setzt mittlerweile in der dritten Generation mit Johannes Mogendorf fort. "Die herausragendsten Eigenschaften meines Vaters waren sicher seine Standfestigkeit, sein unerschütterlicher Glaube und nicht zuletzt sein soziales Gewissen", erinnert sich Wolfgang Mogendorf an den 1956 verstorbenen Firmengründer. "Nach der Maurermeisterprüfung hat er sich alles mit enormem Ehrgeiz und enormer Anstrengung selbst erarbeitet. Sein Wissensdurst war unerschöpflich. So hat er sogar, um sich weiterzubilden, beim Dorfpfarrer Lateinunterricht genommen." Dass der Sohn das Streben nach klaren Zielen und die Kraft zu ungewöhnlichen Entscheidungen vom Vater geerbt hat, zeigt die Tatsache, dass Wolfgang Mogendorf mit 21 Jahren nach abgeschlossenem Bauingenieurstudium 1963 seine eigene Baufirma gegründet hat. "Man kann sagen, das war mutig, man kann aber auch sagen, da war auch ein bisschen Dummheit dabei, bei der Konkurrenz, die es damals im Baugewerbe gegeben hat", verrät Wolfgang Mogendorf augenzwinkernd. Aus den Anfängen mit fünf Angestellten hat sich inzwischen eines der führenden Bauunternehmen am Mittelrhein entwickelt, das inzwischen von Johannes Mogendorf geführt wird und neben den Mitarbeitern auch sechs Lehrlingen beschäftigt.

Der Geist der Bescheidenheit

Trotz der offensichtlichen Erfolge, die "Mogendorf und Schmitz" heute zu verzeichnen hat, atmen das Unternehmen und die Familie immer noch den Geist von Bescheidenheit und Bodenständigkeit, die Eduard Mogendorf den Anfängen des Familienbetriebes eingehaucht hat. "Das tagtägliche Leben unserer Familie war geprägt durch die Disziplin und die klaren Prinzipien meines Vaters", erinnert sich Wolfgang Mogendorf an seine Jugend in dem kleinen Dorf Arzheim bei Koblenz. "Er war schon sehr streng und forderte viel von uns, aber er hat auch alles, was er von den anderen verlangte, immer vorgelebt. Urlaub gab es praktisch nicht. Eine 1954 gebuchte und bezahlte Romreise hat er verschenkt, weil er in Betrieb gebraucht wurde. Selbst zwei, drei Tage Aufenthalt im Schwarzwald hat er genutzt, um Preisverhandlungen über Holzeinkäufe zu führen." Dass Eduard Mogendorf sich aber auch über Regeln hinwegsetzten konnte, zeigt eine Episode, an die sich sein Sohn gerne erinnert:

"Mein Bruder Alfred durfte schon mit 14 Jahren unter Aufsicht unseres Vaters Autofahren. Mit 15 Jahren konnte er bereits alleine fahren. Irgendwann nach einer Wallfahrt holte Alfred dann meinen Vater, den ortsansässigen Polizeipräsidenten und weitere Honorationen mit dem Wagen nach Arzheim zum Kaffeetrinken ab - das alles ohne Führerschein. Seine Fahrweise wurde allerseits gelobt."

Eine Stiftung als Andenken

Neben der Sorge für seine Familie stand für den Koblenzer immer auch die Verantwortung für seine Mitarbeiter an oberster Stelle. Sein Sohn erinnert sich an heiße Sommertage, an denen auf Anordnung von Eduard Mogendorf Wasserwagen zu den Baustellen fuhren, um den Arbeitern die Hitze erträglicher zu machen. "Als einem Maurer aus der Firma das Haus in Arzheim abbrannte, war es für ihn selbstverständlich, Personal abzustellen, um beim Wiederaufbau zu helfen. Er fackelte nicht lange. Während seines dunkelsten Lebensabschnitts, dem verhassten Naziregime, setzte sich mein Vater manches Mal mit Mut und Tatkraft gegen die lokalen Parteigrößen und für seine christliche Überzeugung durch." Dass Lehrlinge etwas anderes lernen als Botengänge und Kaffeekochen ist ein Prinzip, das der Sohn vom Vater übernommen hat. Damals wie heute ist eine erfolgreiche Ausbildung und Lehre von Jugendlichen Verpflichtung im Unternehmen der Mogendorfs. Geerbt hat Wolfgang Mogendorf auch die soziale Ader seines Vaters. So hat die Familie den vielen kleinen und großen sozialen Einsätzen des Vaters und Großvaters ein besonderes Andenken gesetzt. 2004 wurde eine Stiftung gegründet, deren Erträge Ausbildungsprojekten von Kindern und Jugendlichen zu Gute kommen. Als Nutznießer der Stiftungserträge wurden Projekte des katholischen Hilfswerks MISEREOR eingesetzt. "Ich wollte das Geld auch wirklich aus der Hand geben und ohne viel Verwaltungsaufwand etwas bewirken. Deshalb habe ich unsere Stiftung unter dem Dach der helder-camara-stiftung von MISEREOR gegründet. Kinder und Jugendliche sind die Schwächsten unserer Gesellschaft. Weil ich sechs Enkelkinder habe, liegt mir das besonders am Herzen. Ansonsten vertraue ich darauf, dass MISEREOR weiß, was am besten mit dem Geld zu tun ist." Die Stiftung trägt den Namen von Eduard Mogendorf.


Stiftungskonto

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